Terroir
Das Weinbaugebiet Champagne ist ein klar definierter Raum, in dem Trauben für die Grundweinherstellung für Champagner angebaut werden dürfen. Basierend auf den 1927 gezogenen Grenzen umfasst das Gebiet Weinberge nicht nur in der Region Champagne-Ardenne, sondern auch in der Picardie und der Île-de-France.
Die etwa 34 000 Hektar Rebanlagen sind als Teil des Weinanbaugebiets Champagne durch ihren Status als Unesco-Weltkulturerbe geschützt.
Wind und Sonne
Das Klima der Champagner-Region ist gemäßigt und eher kühl, wird als semi-kontinental mit ozeanischen Einflüssen bezeichnet und führt zu einer langsamen Reifung der Trauben. Diese wiederum fördert den gewünschten trockenen, leichten, frischen Geschmack der Grundweine, die oft nur 11% Alkohohol aufweisen.
Heiße Sommer
Die in den letzten Jahren zunehmenden Sommertemperaturen und häufige kräftige Regenfälle führen zu veränderten Wuchsbedingungen, auf die die Winzer lernen zu reagieren. Wärme und Feuchtigkeit können die Ausbreitung von Pilzerkrankungen begünstigen. Seit 2023 ist der Gebrauch der PIWI-Rebsorte Voltis in geringem Anteil erlaubt, die keine Fungizide benötigt.
Rebsorten
Hauptrebsorten für die Champagnerherstellung sind: Chardonnay vornehmlich auf den weichen Kreideböden (28 % der Anbaufläche), Pinot noir auf den harten Kalkgesteinsböden (39% der Anbaufläche) und Pinot Meunier (Müllerrebe); gerne auf den lehmigen Böden des Marne-Tals (33% der Anbaufläche). Pinot noir und Pinot Meunier sind Rotweintrauben, die nach der Lese schnell gepresst werden, sodass ein Weißwein entsteht (Blanc de noir).
Stadt und Land
Zentren des Champagnerhandels sind die Städte Reims und Epernay, in denen die weltbekannten Champagnerhäuser ihren Sitz haben. Nicht nur großen touristischen Reiz haben die kilometerlangen unterirdischen Gänge und Tunnelsysteme, in denen die Champagner reifen.
Das Herz der Champagne mit den besten Lagen befindet sich in der Montagne de Reims. Hier wird überwiegend Pinot noir angebaut. Im Gegensatz dazu wird zu 95% Chardonnay in der Côte-des-Blancs, topographisch der Côte-de-Beaune nicht unähnlich, kultiviert.
Die deutlich weiter südlich gelegene Côte-des-Bar ist durch seinen Pinot-noir-Reichtum charakterisiert. In den Hügeln zwischen den Flüssen Seine und Aube erstreckt sich eine eher kleinteilige Weinwirtschaft.
Dort bewerkstelligen viele selbständige, familiengeführte Champagner-Betriebe alles unter einem Dach: Rebbau, Vinifizierung und Champagner-Herstellung. Auf französisch gilt die Bezeichnung: RM; récoltant manipulant, für einen Champagnerwinzer, der Champagner selber herstellt auf der Basis seiner aus eigenen Weinbergen gelesenen Trauben.
Assemblage und Flaschengärung
Allgemein bekannt ist die dem Champagnerverfahren zugrunde liegende Flaschengärung. Dabei wird dem Grundwein in der Flasche Hefe zugegeben, die eine zweite Gärung auslöst. Anschließend wird diese Hefe wieder entfernt und der fertige Champagner neu verkorkt. Manchen Champagnern wird eine Dosage zur Abrundung der Aromen zugegeben.
Doch das eigentliche Geheimnis ist die vorherige Assemblage: die ultimative Zusammenführung der Grundweine zu einer harmonischen Aromenkomposition: eine optimale Einheit aus verschiedenen Rebsorten, Lagen sowie Jahrgängen.
Image und Tradition
Vom Luxus-Getränk für singuläre Feierlichkeiten bis zum perfekten Begleiter eines gesamten Menus reichen die Optionen für Champagner. Warum nicht mal ein besonderes Menu mit einem Jahrgangs-Champagner kombinieren und dabei entdecken, wie sich der Champagner vorzüglich in die verschiedenen Aromen einfügt und neue Facetten darstellen kann?
Echte Kenner entscheiden sich für einen charaktervollen Champagner aus einem unabhängigen Champagnerhaus statt für einen vom jeweiligen Marketing gepushten Champagner eines Großproduzenten.


